1. Rennen der Österreichischen Staatsmeisterschaft in Wildenau Print
Written by Andreas Huthmacher  
23. April 2008

Zum Auftakt der Österreichischen Staatsmeisterschaft in Wildenau kam eine Vielzahl von Fahrern mit unterschiedlichen Nationalitäten in den verschiedenen Klassen. Die Voraussetzungen für eine gute Rennveranstaltungen waren bis Samstag kurz vor Mittag sehr gut. Bedingt durch die plötzlich sehr heftig eintretenden und andauernden Rennfälle änderte sich dies jedoch schlagartig. Alle Trainings und Rennen wurden am Samstag ohne Offroad durchgeführt.


Der Sonntag morgen begann mit schönen Wetter, so dass der Offroad hergerichtet wurde. Der Offroad war sehr weich, nach ein paar Runden waren sehr tiefen Spurrillen vorhanden. Die Jugend ÖM Klasse startete das freie Training nach den vier Trainingsläufen von Michelin Pilot Power Cup, S1 und S2. Man kann sich in etwa vorstellen, wie der Offroad ausgesehen hatte.

In der ersten Runde konnte Lenno bedingt durch die tiefen Rillen einem gestürzten Fahrer nicht mehr ausweichen und stürzte ebenfalls. Er startete seine Maschine sofort wieder, und führte sein Training fort. Lenno kam jedoch mit der Situation, speziell mit dem tiefen Offroad schlecht zurecht. In der dritten Runde stürzte Lenno erneut und bekam seine Maschine nicht mehr an. Lenno stand mehrere Minuten an der gleichen Stelle und verlor viel wichtige Trainingszeit. Freundlicher Weise half ein Streckenposten und schob Lenno's Maschine in einen Bereich außerhalb der Absperrung. Ich konnte den Motor nach mehreren Versuchen wieder starten, Lenno fuhr weiter.


In Anbetracht der Tatsache, dass Lenno beim ADAC Supermoto Junior Cup in Deutschland mitfahren wollte, haben wir mehrfach in Italien und Deutschland den so genannten Cup Reifen von Heidenau getestet. Bereits beim Training in Schaafheim war Lenno zweimal mit dem Cup Reifen gestürzt. Durch das ständigen Wechseln und Testen zwischen den üblichen Rennreifen und den Cup Reifen hat Lenno derzeit das Vertrauen in den Vorderreifen verloren, was zeitweise dazu geführt hat, dass er einfach sehr verunsichert war und deutlich unter seiner üblichen Fahrqualität gefahren ist. Diese Unsicherheit zog sich den gesamten Sonntag wie ein roter Faden durch alle Trainings und Rennen.

Im Zeittraining erreichte Lenno den für ihn sehr enttäuschenden 14. Platz. Ihm fehlten einfach einige Runden aus dem freien Training. Nach der Mittagspause um 14.10 Uhr startete der 1. Lauf. Lenno konnte mit einem guten Start 2-3 Plätze gut machen. Bereits in der 3. Runde wurde das Rennen wegen eines schweren Sturz abgebrochen. Nach 10-15 Minuten gab es einen Neustart. Lenno hatte wieder einen guten Start, am Asphalt konnte er inzwischen das Tempo wieder ganz gut mitfahren, jedoch hatte er im Offroad einfach immer wieder zu viel Zeit verloren. Diesen Offroad mit dem tiefen, schweren Boden und den Rillen konnte Lenno bedingt durch seinen Altersunterschied von 3-4 Jahren auf die älteren Rennkollegen einfach nicht so fahren, wie er es sich vorgestellt hat. Die Rennerfahrung und auch die körperliche Kraft der 11-12 jährigen Kollegen hat definitiv einen Vorteil. Zudem tat die derzeitige Verunsicherung von Lenno das Übrige. Lenno erreichte den 13. Platz.


Der 2. Lauf war von Grundsatz eine Wiederholung des 1. Lauf. Schweren Sturz gab es zum Glück diesmal keinen. Lenno hatte wieder einen guten Start, wurde jedoch in der ersten Schikane eingeklemmt, so dass er nicht richtig nach vorne kam. Er steigerte sich im Rennverlauf speziell auf dem Asphalt sehr positiv, so dass er gegenüber dem 1. Lauf deutlich in den Rundenzeiten zu legen konnte. Dennoch reichte es im 2. Lauf nur zum 14. Platz. Lenno war sehr enttäuscht, aber jeder gute Rennfahrer macht irgendwann die Erfahrung, wenn es mal nicht so läuft. Ich denke je früher die Erfahrung gemacht wird, desto besser.

Dennoch freut sich Lenno bereits auf das nächste Rennen in Freiburg am 03/04.05.2008 bei der FMS Schweizer Meisterschaft. Die Einschreibung beim ADAC Supermoto Junior Cup habe ich auf Lenno's Wunsch zurück gezogen. Er möchte zukünftig nicht mehr mit dem vorgeschriebenen Cup Einheitsreifen von Heidenau fahren, sondern mit den Reifen Rennen fahren, mit denen er trainiert, worauf seine Fahrqualität aufgebaut ist und vor allem auf die er sich in der jeweiligen Situation verlassen kann.

In der Galerie gibt es noch ein paar Bilder.