Cartagena, beste Trainingsbedingungen für Lenno bei Rehm Race Days.
Written by Andreas Huthmacher
10. Januar 2009
Alle Jahre wieder, so lautet der Anfang einer berühmten Geschichte. In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um die berühmte Geschichte, sondern um das alljährliche Wintertraining von Lenno in Spanien. Allerdings nicht wie die Jahre zuvor in Valencia beim Supermoto Training. Dieses Mal startete das Wintertraining vom 27.12.-31.12.2008 in Cartagena bei Rehm Race Days. Perfekte Organisation und verträgliche Wetterbedingungen machten die 5 Tage zum vollen Trainingserfolg für Lenno.
Lenno saß seit Ende Oktober nicht mehr auf der Straßenrennmaschine zum Training, dementsprechend hoch war seine Vorfreude auf die 5 Tage in Cartagena. Zwei Monate ohne Fahrpraxis ist eine lange Zeit, ich war gespannt wir er auf der für ihn neuen Strecke zurechtkommen würde. Viele Kurven, teils enge Kurven, wenig lange Geraden. Wie bei allen Veranstaltern üblich wurden die Fahrer in Gruppen eingeteilt. Lenno durfte in der B-Gruppe fahren.
Am ersten Tag vor Mittag fing er die ersten Runden ganz locker und entspannt mit Rundenzeiten von 2:07 bis 2:02 Minuten an. Nach Mittag hatte sich Lenno gut auf die Strecke eingestellt und hatte so seine ersten Ziele vor Augen. Er wollte am ersten Tag auf jeden Fall eine Zeit unter 2:00 Minuten pro Runden erreichen. Ab dem zweiten Turn nach Mittag war das erste Ziel erreicht, eine 1:59.849 stand auf der Zeittafel. Diese Zeit konnte er festigen, mit der letzten gefahrenen Runde am ersten Tag erreichte er dann eine 1:58.308. Sehr positiv an dieser Trainingsveranstaltung war, dass insgesamt bis zu acht 125er Fahrer auf der Strecke waren, nicht immer alle gleichzeitig, dennoch konnte Lenno von den deutlich älteren und routinierten Fahrern sehr viel lernen. Und es war eine sehr große Motivation und Freude für ihn, zu versuchen, zumindest über einem Teilstück der Strecke an dem Ein oder Anderen dran zu bleiben. Mit jedem Trainingstag kam er näher an die Zeiten der anderen 125er Fahrer heran.
Am zweiten Tag viele konstante Runden mit Zeiten von 1:59 und 1:58. Die Schnellste war eine 1:58.142. Am dritten Tag purzelten dann die Rundenzeiten nach unten, bis Lenno am frühen Nachmittag eine Zeit von 1:54.730 Min. erreichte. Das war schon sehr beachtlich, wie sich Lenno jeden Tag wieder steigern konnte. Am vierten Tag ging es entsprechend weiter. Im zweiten Turn vor Mittag kamen dann einige Rundenzeiten von 1:53 Minuten und schließlich seine schnellste Rundenzeit von 1:52.523 Minuten dazu.
Kurz danach erst mal eine Schrecksekunde, Lenno war in der S-Kurve nach Start-/Zielgeraden gestürzt. Die Kurve hatte er zu weit außen erwischt, kam auf den Rand der hier nicht befahrbar ist, und stürzte im Kiesbett. Zum Glück ist Lenno ohne Verletzung sofort wieder aufgestanden. An seiner Honda 125RSR war so das Ein oder Andere beschädigt. Lenno war ganz unruhig und hatte Angst, dass wir seine Maschine nicht pünktlich zum Rennen fertig bekommen würden. Wir richteten die Maschine wieder her, so dass Lenno beruhigt am Rennen der freien Klasse mitfahren konnte. Lenno war gut gestartet und konnte sich im Rennen gegen die Großen gut behaupten. Runde um Runde kämpte er im Feld mit und beendete das Rennen in dieser Gruppe als 6 Platzierter von 25 gestarteten Fahrern. Trotz Sturz ließ er sich überhaupt nicht negativ beeindrucken und erreichte im Rennen wieder eine Rundenzeit von 1:52.537. Inzwischen war Lenno schon bis auf eine Sekunde an die nächst schnelleren 125er Fahrer heran gekommen, wenn man überlegt, dass diese mindestens 6-7 älter sind, um so höher muss man die Leistung von Lenno einschätzen.
Am letzten Tag in Cartagena konnte Lenno nur noch am Vormittag 2-3 Turns fahren, da ab Mittag ein 4 Stunden Rennen gestartet wurde. Gegen Mittag packten wir zusammen und machten uns auf den Weg nach Almeria.